02.07.2019

Zur Lohndiskussion im Luzerner Theater

Nachdem «041 – Das Kulturmagazin» in der Mai-Ausgabe 2019 die Diskussion rund um die Löhne in Kulturbetrieben angestossen hatte, wird die Thematik nun mittels Vorstoss im Kantonsparlament zum Politikum. Die IG Kultur Luzern sieht Handlungsbedarf.In einer Anfrage im Luzerner Kantonsrat wird die Bereitschaft des Regierungsrates abgehört, mittels Durchsetzung der Eignerstrategie die Löhne im Luzerner Theater auf einen Mindestlohn von 4000 Franken anzuheben. Dabei wird auch in Betracht gezogen, die Anzahl Produktionen für eine Lohnerhöhung zu reduzieren.

Die IG Kultur Luzern zieht aus dieser Debatte zwei Schlüsse: Einerseits wird deutlich, dass die Diskussion rund um die Lohnsituation in Kulturbetrieben weiterhin geführt werden muss. Die oft mangelnde und unzureichende Altersvorsorge, die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit und die teils allzu flexiblen Arbeitsbedingungen in Kulturberufen sind weitere bekannte Probleme, für die dringendst Lösungen gesucht werden müssen. Um Verbesserungen zu erzielen, müssen die geltenden Gesamtarbeitsverträge weiterverhandelt und erneuert werden.

Gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen in Kulturbetrieben sind von grösster Bedeutung. Jedoch ist es verfehlt, diese Frage mit der Finanzierung eines allfälligen Theaterbaus in Zusammenhang zu bringen. Ebenso darf die Lohnfrage und die Frage nach den Arbeitsbedingungen nicht als Manövriermasse für die Anzahl der Produktionen und Aufführungen – und somit für die künstlerische Freiheit – eingesetzt werden.

Andererseits wird aber auch deutlich, dass die Politik im Kanton Luzern die Kultur als staatliche Aufgabe verstehen und ihren gesellschaftlichen Wert anerkennen muss. Die Verantwortung liegt folglich ebenso bei der politischen Entscheidungsträgerin wie bei der Kulturinstitution. Denn die politische Frage nach einem Mindestlohn von öffentlich subventionierten Kulturbetrieben müsste konsequenterweise mit der Frage über die Höhe der Beiträge – im Fall des Luzerner Theaters die Beiträge an den Zweckverband grosse Kulturbetriebe – verknüpft werden. So sollte ein öffentlicher Beitrag zwingend auch einen jährlichen Teuerungsausgleich für die Mitarbeitenden vorsehen und als fester Bestandteil der Subvention anerkannt sein. Diese Diskussion könnte im Rahmen der pendenten Motion 236 über die Überprüfung der Strukturen und der Finanzierung des Zweckverbandes Grosse Kulturbetriebe in naher Zukunft aufgenommen werden.

 

Gianluca Pardini, Geschäftsleiter IG Kultur Luzern

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