14.05.2016

Zur Debatte: IG Kultur Luzern zum Thema Salle Modulable

Vieles ist weiterhin unsicher und unklar, zwei Dinge sind festgelegt: Die 80 Millionen Franken, die von der Engelhorn-Spende übrig sind, kommen nur dann dem Projekt einer Salle Modulable in Luzern zugute, wenn sie auf dem Inseli und nach den Vorgaben der Arup-Studie gebaut wird. Das heisst, es braucht noch einmal sehr viel Geld von öffentlicher und privater Hand. Und es braucht noch viel mehr inhaltliche Arbeit, um herauszufinden, wer diese Salle wie nutzen und bespielen wird.
 

Die IG Kultur Luzern unterstützt alle Anstrengungen, Kultur in ihrer Vielfalt zu ermöglichen und diese auszubauen. Die Salle Modulable könnte eine Chance sein. Um dazu Ja zu sagen ist aber unter den gegebenen Bedingungen, beim heutigen Stand der Diskussion noch wenig Anlass. Das Projekt wird viel verändern, nicht allein in der Theaterszene. Damit das Verhältnis zwischen etablierter und nichtetablierter Kultur nicht vollends aus dem Gleichgewicht gerät, muss der Kulturkompromiss, auf den seit dem Bau des KKL in Luzern gesetzt wird, neu verhandelt werden. Die Überlegungen zur Neugestaltung der Beziehung zwischen Luzerner Theater und freier Szene unter dem Stichwort Theaterwerk Luzern müssen öffentlich diskutiert und gemeinsame Wege gefunden werden. Die Finanzierung muss geklärt und sichergestellt werden.
 

Wir von der IG Kultur setzen uns für den öffentlichen Diskurs ein. Wir initiieren und begleiten Begegnungen und Gespräche zwischen Beteiligten und Betroffenen und pochen auf eine offene Information. So gross das Geschenk, das die Salle Modulable ermöglichen soll, auch ist, die nicht nur finanziellen Auswirkungen und Folgen sind auf die nächsten Jahrzehnte hinaus so weitreichend und umwälzend, dass die Debatte darüber alle Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit verdient. In der Abstimmung Ende November 2016 geht es in einem ersten Schritt um die zwei festgelegten Dinge: den Standort und die Dimension. Grundsätzlich aber geht es um die Zukunft der Kultur in der Stadt und Region Luzern. Die IG Kultur setzt sich dafür ein, dass diese Zukunft sinnvoll und gerecht aussieht.


Eva Laniado, Geschäftsführerin IG Kultur Luzern
Vorstand IG Kultur Luzern

©IG Kultur Luzern