16.09.2019

Vernehmlassungsantwort der IG Kultur Luzern

Die IG Kultur Luzern wertet die Kulturbotschaft gesamtheitlich als positiv. Die in der Kulturbotschaft 2016-2020 erstmals definierten drei Handlungsachsen für die zukünftige Kulturpolitik des Bundes erscheinen uns für die strategische Ausrichtung nach wie vor relevant, kohärent und zukunftsweisend.

Insbesondere die Handlungsachse «Gesellschaftlicher Zusammenhalt», welche die Kultur bezweckt und fördert, ist für uns wegweisend. Kultur ist unserem Verständnis nach nie Sache Einzelner, mag sie auch von ihnen ausgehen oder wachsen: Kultur ist angelegt auf Begegnung und findet ihr Ziel erst, wenn sie wahrgenommen wird. Sie ist Nährboden für Austausch und Selbstvergewisserung. Zugleich ist die Kultur ein Ausdruck eines selbstbewusst gestalteten Umgangs mit Traditionen, gesellschaftlichen Werten und künstlerischen Fertigkeiten, welche zur Selbstbefragung und Fortentwicklung befähigt. Wir sind erfreut, dass die Kulturbotschaft ein klares Bekenntnis zum unverzichtbaren Wert von Kunst und Kultur für die Gesellschaft ablegt.

Eine lebendige Kultur übt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Solidarität in der Gesellschaft, in der Politik und im Wirtschaftsleben. Dabei kommt auch einer breiten «Kulturellen Teilhabe» als auch einer beständigen «Kreations- und Innovationkraft» in der Kultur eine tragende Rolle zu. Dass mit der Kulturbotschaft 2021-2024 die strategische kulturpolitische und inhaltliche Kontinuität angestrebt wird, ist aus unserer Sicht positiv zu würdigen.

Dass der im Jahr 2011 gegründete «Nationale Kulturdialog» den Wissens- und Informationsaustausch zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden stets auf konstruktive Art und Weise weiterentwickelt, ist ebenfalls zu begrüssen – auch wenn die IG Kultur Luzern einen Einbezug der kulturpolitischen Dachverbände als wünschenswert erachtet. Denn mehrere Schweizer Gemeinden pflegen einen aktiven und engen Austausch mit öffentlichkeitswirksamen Interessensgemeinschaften. Deren Einbezug im «Nationalen Kulturdialog» könnte den verabschiedeten Arbeitsprogrammen weitere Stosskraft verleihen und die Zusammenarbeit auf politischer Ebene verstärken. Was indes der Kulturdialog mit dem Ziel einer «nationalen Kulturpolitik» verfolgt, bleibt schwammig und im Rahmen des Bundesverfassungsauftrages der Schweizer Kulturpolitik wenig nachvollziehbar. Dass die Kulturförderung den kommunalen und kantonalen Instanzen zugeschrieben wird, ist eine Stärke der hiesigen Kulturförderung und trägt zur kulturellen Vielfalt bei. Wir wünschten uns hier eine Präzisierung.

Ebenso betrachten wir es als eine zentrale Aufgabe einer nationalen Kulturpolitik, dass sie sich zur sozialen Sicherheit der Kunst- und Kulturschaffenden äussert. Seit vielen Jahre äussern sich die Dachverbände der Kunst- und Kulturschaffenden zur ungenügenden Absicherung im Alter. Wir wünschten uns klare Lösungsvorschläge in der Kulturbotschaft 2021-2024, mit denen die Grundlagen für die Verbesserung der sozialen Absicherung von Kunst- und Kulturschaffenden gelegt werden.

Die IG Kultur Luzern beobachtet zudem auch zunehmend die problematische Entwicklung, dass die Kulturförderung auf Kantons- wie auf Gemeindeebene allzu leichtfertig zum finanzpolitischen Spielball wird. Dieser Entwicklung gilt es unseres Erachtens auch im «Nationalen Kulturdialog» mehr Beachtung zu schenken und sie ist zusammen mit den Kantonen und Gemeinden zu thematisieren.

Die gesamte Vernehmlassungsantwort im PDF

©IG Kultur Luzern