12.09.2017

Stellungnahme der IG Kultur zur Septembersession

Was auf der Strecke bleibt

 

Luzern hat ein Budget – wenigstens noch für das letzte Vierteljahr 2017 – und Luzern lockert die Schuldbremse – allerdings weniger als vom Regierungsrat ursprünglich beantragt: Das Schlimmste ist damit abgewendet, aber das Kürzen noch nicht vorbei. Für das Jahr 2018 und die Jahre danach geht es weiter mit dem Abbau in der Bildung, in der Integration, bei der Sicherheit, im Gesundheitswesen, im Sozialen und in der Kultur.

Die beiden kantonalen Museen, das Naturmuseum und das Historische Museum, werden nun nicht geschlossen, aber ausgehungert. Der Kulturförderung werden die Mittel entzogen, eine so vielfältige wie ungesicherte Szene zu unterstützen, Künstlerinnen und Künstlern das Leben und Arbeiten in diesem Kanton zu ermöglichen.

Für die freie und alternative Kultur wird es öde in diesem Kanton. Die Ausbildungsstätten machen nicht wett, das Künstlerinnen und Künstler abwandern, weil sie Luzern nicht länger als einen geeigneten Nährboder für die Kultur ansehen, und das Klima selbst für die etablierten und grossen Kulturbetriebe rauer wird.

Kultur ist ein Grundlebensmittel, Kultur, heisst Nachdenken und Debattieren, heit Mitformen am Zustand und Wohlergehen der Gesellschaft. Aus der Kultur wächst Begegnung mit und Einfühlung in die anderen, Kultur verharrt nicht im Individualistischen und Partikularen, Kultur hält die Solidarität hoch. Deshalb geht unser Manifest «Das kann nicht weg» auch über unsere eigenen Kreise hinaus.

Nun wird weiter gekürzt, nun sind weiterhin die Finanzen Weg und Ziel der kantonalen Politik. Auf der Strecke bleibt, wofür sich die Kultur einsetzt: Eine Idee davon, was es heisst, in diesem Kanton zu leben, ein Bewusstsein dafür, woraus sich dieses Leben nährt, wohin die Reise in die Zukunft führen soll. Die Menschen sind es, worum sich der Staat zu kümmern hat, ihr Lebensraum und ihre Lebensgrundlagen – ihre Zukunft.

Sehr geehrte Damen und Herren Kantonsrätinnen und Kantonsräte, Sie haben Ihre Aufgaben den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber nicht wahrgenommen. Die Kultur beharrt auf der notwendigen Debatte über das Wohin des Kantons, über die Vision eine künftigen Gesellschaft. Wir setzten uns weiter dafür ein, nicht im kurzsichtigen Sparen, nicht im Abbau, sondern im Aufbruch diese unsere Gesellschaft zu gestalten und ihr die Lebens- und Freiräume zu öffnen. Das ist unsere Gesellschaft, das kann nicht weg!

Urs Bugmann, Präsident IG Kultur Luzern

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