Die Billettsteuer: Grundpfeiler der städtischen Kulturförderung

Die Abschaffung der Billettsteuer hätte auf die städtische Kultur- und Sportförderung fatale Auswirkungen. Mit dem Wegfall fehlen jährlich über 5 Millionen Franken für Kultur und Sport. Deshalb appellieren städtische Sportvereine und die IG Kultur Luzern an die Politik, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen.

Die Diskussion rund um den Sinn und Zweck der Billettsteuer ist im Kanton Luzern im Jahr 2019 neu entfacht. Im Luzerner Kantonsrat ist eine Motion hängig, welche die Abschaffung der Billettsteuer fordert. Die Stadt Luzern und andere Gemeinden könnten folglich keine zweckgebundene Billettsteuer mehr erheben. Darunter leiden würde insbesondere die städtischen Förderinstrumente für die Sport- und Kulturförderung mit regionaler Ausstrahlung, namentlich der FUKA-Fonds, der Jugendsportförderfonds und der Fonds Kultur und Sport, welche hauptsächlich durch die Einnahmen der Billettsteuer geäufnet werden.

Heute ist die Billettsteuer ein fester Grundpfeiler der städtischen Kultur- und Sportförderung: Zwischen 2010 und 2019 wurden im Mittel jährlich rund 5.2 Mio. CHF durch die Billettsteuern eingenommen, die zweckgebunden auf drei Fonds verteilt werden. Je 15% der Einnahmen gehen an den Fonds zur Unterstützung kultureller Aktivitäten (FUKA-Fonds) und an den Jugendsportförderfonds. Mit dem Restbetrag von 70% wird der Fonds zur allgemeinen Förderung von Kultur und Sport (K und S) gespiesen.

Städtische Sportvereine und die IG Kultur Luzern wehren sich gegen vorschnelle Entscheidungen mit fatalen Auswirkungen für den Luzerner Kulturwerkplatz und für das wichtige vielfältige Angebot im Breitensport. Die fehlenden Mittel würden viele ehrenamtliche Sportvereine in finanzielle Bedrängnis bringen und den Kulturplatz in Luzern und in der Region nachhaltig schädigen.

Dazu Gianluca Pardini, Geschäftsleiter der IG Kultur Luzern: «Die Abschaffung der Billettsteuer wäre ein Blindflug und würde die städtische Kulturförderung in der heutigen Form verunmöglichen. Eine Alternative zur Billettsteuer gibt es zum heutigen Zeitpunkt nämlich keine.» Andriu Cavelti, Co-Geschäftsleiter von Sportstadt Luzern ergänzt: «Durch die ehrenamtliche Organisation des Breitensports ist die Mittelbeschaffung eine grosse Herausforderung. Einnahmelücken, die durch das Wegfallen der Billettsteuer entstehen, treffen die Sportvereine als Non-Profit-Organisationen sehr empfindlich und können nicht kompensiert werden.»

Medienmitteilung vom 20.05.2020: IG Kultur Luzern und Sportstadt Luzern

Positionspapier der IG Kultur Luzern

Positionspapier Sportstadt Luzern

 

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