Ausfallentschädigungen in der Zentralschweiz: Viele Gesuche noch in Bearbeitung

Gesuche für Ausfallentschädigungen für Kulturunternehmen und Kulturschaffende konnten bis am 20. September 2020 eingereicht werden. Die Corona-Entschädigungen decken den Schaden, für den keine anderweitige staatliche Ersatzleistung erfolgte oder nicht durch anderweitige Versicherungen gedeckt wurde. Die Ausfallentschädigung deckt in allen Fällen maximal 80 Prozent des finanziellen Schadens. Die IG Kultur Luzern hat im September 2020 eine Auswertung zum Stand der Ausfallentschädigungen in der Zentralschweiz vorgenommen.Bis zum 4. September 2020 wurden rund 480 Gesuche für Ausfallentschädigungen bei den kantonalen Dienststellen eingereicht (die IG Kultur Luzern geht davon aus, dass der Schlussstand nur marginal höher sein wird). Dabei wurden mehr Gesuche für Ausfallentschädigungen von Kulturunternehmen eingereicht als von Kulturschaffenden – aufgrund der Subsidiarität der Massnahmen kann jedoch mittels der erhobenen Zahlen kein Schluss gezogen werden, ob bei der Ausfallentschädigung von Kulturunternehmen auch Kulturschaffende entschädigt werden.

Insgesamt wurden in den Zentralschweizer Kantonen 60 Prozent der Gesuche von Kulturschaffenden und 40 Prozent von Kulturunternehmen eingereicht. Rund 20 Prozent der total eingereichten Gesuche in der Zentralschweiz mussten aufgrund fehlender Anspruchsberechtigung abgelehnt werden. Am meisten Gesuche wurden im Vergleich im Kanton Luzern eingereicht (58 Prozent), gefolgt von den Kantonen Zug (15 Prozent), Schwyz (11 Prozent) und Obwalden (9 Prozent).

Die gesamte Schadenssumme der eingereichten Ausfallentschädigung beträgt CHF 37,2 Mio., wobei rund 89 Prozent der eingereichten Ausfallentschädigungen von Kulturunternehmen beantragt wurden.

Hierbei gilt jedoch zu berücksichtigen, dass das Total der geltend gemachten Schadenssumme von der effektiven zugesprochenen Schadenssumme voraussichtlich stark abweicht. Der Grund liegt in den vorgelagerten Leistungen, welche in den Gesuchen für die Ausfallentschädigung noch nicht alle berücksichtigt werden konnten (Soforthilfe, EO-Entschädigung, Kurzarbeit etc.) oder erst noch bei den kantonalen Dienststellen nachgereicht werden müssen. Es ist somit davon auszugehen, dass die Bearbeitung aller noch ausstehenden Gesuchen noch bis Ende Jahr andauern wird.

Gianluca Pardini, Geschäftsleiter IG Kultur Luzern

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