Die Originale - Nach Mansers Tod
Es wurde über ihn gelächelt, vielleicht gar geflucht. Aber er wurde auch respektiert, bewundert sogar. Sicher ist: Emil Manser hat polarisiert, aber er hat kaum jemanden völlig unberührt gelassen. Sein Tod hat ausgelöst, was zuvor noch nie wirklich und schon gar nicht in dieser Breite stattgefunden hat: eine Diskussion darüber, wer wohl warum ein Original sei; wie eigentlich die Gesellschaft mit ihnen «umzugehen» habe; was wohl wäre, «wenn es sie nicht gäbe»; und nicht zuletzt, was eigentlich genau «diese Zunft» sei, die sich ihrer annehme.
Das Kulturmagazin zu den Originalen nimmt nicht für sich in Anspruch, alle diese Fragen zu beantworten. Aber wir gehen auf Spurensuche und fragen, was Luzern an Mansers Tod so bewegt hat - und wie es mit der Toleranz und dem Anders-Sein in unserer Gesellschaft tatsächlich steht.

Die Freizeit der Kunst ist gewährleistet
Ein unsäglicher Entscheid des Parlaments und eine nicht über alle (argumentative) Zweifel erhabene Kulturszene inklusive Pro Helvetia: Die Hirschhorn-Debatte scheint vorerst mal ohne versöhnliche Abschluss ausdiskutiert. Doch die politische Mentalität hinter dem Kürzungsentscheid weist auf weit tiefer gehende Probleme, die auf ein bedenkliches Demokratieverständnis schliessen lassen. Und die Schweizer Kulturpolitik weist einige Baustellen wie das Kulturförderungsgesetz auf, die ein genaueres Nachfragen lohnen. In welcher Kunst das Parlament täglichlebt, zeigen wir in einer Bilderserie von Peter Lauth. Er hat sich im Bundeshaus umgesehen und die Kunst – von der Tinguely-Installation bis zu den Bären in der Empfangshalle – festgehalten.
Artikel:
Die «Mentalität Bieri» oder: Warum der Fall Hirschhorn keine Burleske ist.
Interview über die Kulturkompetenz der eidgenössischen Parlamentarier

Luzern muss grösser werden
Stellen Sie sich vor... Luzern ist die zweitgrösste Stadt der Schweiz, zählt 180 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Auf dem Stadtgebiet finden sich nahezu alle zentralen Angebote des Kantons, seien es touristische Ziele, das Kultur- und Kongresszentrum, unzählige Kulturanbieter, Freizeit- und Sportanlagen und sogar einige Naherholungsgebiete und Parks. Das einzige, was uns heute von dieser Vorstellung unterscheidet, sind die Gemeindegrenzen. Die Stadt Luzern besteht heute aus über einem Dutzend Gemeinden oder «Dörfern», wie die Menschen in diesen Gemeinden noch gerne sagen. Leider verstellen die Dörfer immer noch den Blick auf die Stadt. Dieses Heft ist darum ein Plädoyer. Ein Plädoyer dafür, das administrative und politische Leben im Grossraum Luzern auf die Höhe der Realität zu bringen. Ein Plädoyer also dafür, die Kernstadt zu einer einzigen Gemeinde, zur neuen Stadt Luzern zusammenzuschliessen.Leitartikel:
Luzern muss grösser werden

Wegweisend: Das neue Kulturmagazin
Fünf Jahre nach der Lancierung (damals als Nachfolge des 1988 gegründeten Kulturkalenders) verstärkt das Kulturmagazin die aktuelle Berichterstattung und richtet seinen Fokus noch stärker auf die ganze Zentralschweiz aus. Die Monatszeitschrift, herausgegeben von der IG Kultur Luzern, erscheint ab April 2005 in neuem Layout und enthält u.a. mehr Hintergrundartikel, eine vierteljährlich Literaturbeilage, Kolumnen des Berner Schriftstellers Pedro Lenz und eine Kinderkulturseite.
Neben vier Themennummern pro Jahr schafft die Redaktion ab April 2005 noch mehr Platz für das aktuelle Geschehen in Kultur und Gesellschaft. Für die erste neue Nummer gelang es, den publikumsscheuen Luzerner Kino-König Georg Egger zu interviewen. Das kritische Porträt zeigt einen konsequenten Macher und Unternehmer, der die Luzerner Kinokultur beherrscht – und selber selten ins Kino geht. Weitere Artikel befassen sich mit dem Kulturverständnis der SVP (Interview mit dem Nationalrat Josef Kunz), der Sammlung Rosengart drei Jahre nach ihrer Eröffnung und dem Festival Rose d’or.
Auch die Ausdehnung auf die ganze Zentralschweiz setzt das Kulturmagazin fort: In der vierteljährlich erscheinenden «Literaturpause» erhalten Zentralschweizer Schriftsteller/innen ein neues, selten gewordenes Forum. Erste Texte stammen von Erwin Koch, Selina Gnos und Karin Krummenacher.
Grosszügig ausgebaut und nach Sparten geordnet ist der Service-Teil: Neben Vorschauen auf Veranstaltungen und CD-, Film- und Buchtipps publiziert das Kulturmagazin neu auch Kritiken zu Theateraufführungen und Ausstellungen. Und mit der «Kids»-Seite erhalten auch die Kinderkulturveranstaltungen mehr Gewicht.

Hier könnte Ihr Inserat stehen - Kultur, Sponsoring, Stiftungen
Kultur wird nicht nur durch die öffentliche Hand gefördert: Auch Stiftungen und Sponsoren engagieren sich im Kulturbereich. Die Mammutveranstaltung "Die goldenen 20er" der Albert Koechlin Stiftung ist Ausgangspunkt für diese Nummer. Wir dokumentieren die neue Jazz-Förderung der Pro Helvetia, die einige gestandene Jazzmusiker in existenzielle Nöte bringt, fragen Zentralschweizer Firmen, wie ihr Kultursponsoring aussieht, stellen den omnipräsenten Sponsor Heineken-Bier vor und präsentieren Zahlen und Buchtipps zum Thema.
Die Stiftungspolitik der Albert Koechlin Stiftung bringt die Kulturszene in Nöte. Da ist auf der einen Seite eine potente Stiftung, auf deren Geld man angewiesen ist. Andererseits hegen unzählige, vor allem kulturpolitisch sensibilisierte Kulturschaffende erhebliche Bedenken gegen die aus konservativem Geist geformte, nicht immer nachvollziehbare und gelegentlich widersprüchliche Stiftungspolitik.
Artikel:
Aktueller Artikel zur Albert Koechlin Stiftung
Archiv Albert Koechlin Stiftung
Umfrage Sponsoring - Zentralschweizer Firmen

Overdosed - Bekenntnisse des Kulturjunkies Matthias B.
1 Monat, 34 Veranstaltungen, 57 Stunden Kultur: Redaktionsleiter Matthias Burki war von Mitte April bis Mitte Mai 2005 auf dem Grand Prix Kultur nonstopp im Zentralschweizer Kulturleben unterwegs und berichtet in der Juni-Ausgabe von dieser Kulturmast. Sein Fazit: "Je grösser die Erschöpfung ob des Marathons, desto grösser auch die gelassene, ja durchaus intakte, begeisterte Stimmung gegenüber den Kulturtankstellen als Orte von Esprit und Eskapaden an und für sich: Danke für alles, und ich komme wieder!"
Ausserdem berichten wir in dieser Ausgabe über den Umbruch in der Theaterszene Luzern, auf die neue Räume und ein neues Fördermodell wartet; über die schwule Kulturszene als Trendsetter, über ein mögliches neues Kulturhaus in Horw und den Luzerner Künstler Stefan Banz, der die Schweizer Ausstellung ander Biennale in Venedig kuratiert.
Artikel:
Das Leben ist eine Veranstaltung: Reportage zum Grand Prix Kultur von Matthias B.
Internet-Tagebuch zum Grand Prix Kultur (Teile 1 bis 4)
Mehr Geld, mehr Raum: Das Freie Luzerner Theater noch freier

Das Wunder von Luzern - warum die Stadt den FC Luzern übernehmen muss
Peter Pfister ist nicht Claudio Abbado, und René van Eck ist kein Iggy Pop. Trotzdem nimmt das Kulturmagazin die Forderung von bürgerlichen Politikern für einen Kultur-Sport-Kompromiss ernst und schlägt vor, dass die Stadt Luzern den FCL übernimmt. Anders ist, so glauben wir, die Fussballkultur in dieser Stadt nicht mehr zu retten. Die Stadt Luzern könnte so als Retterin des Clubs den grössten Imagegewinn seit der KKL-Eröffnung verbuchen.
Zweiter Schwerpunkt dieser Nummer ist eine Dokumentation zur Situation der Kulturmäzene in der Schweiz: Wie werden sie vom Staat behandelt? Bekommen Sie im neuen Kulturförderungsgesetz genügend Beachtung? Der Zuger Architket Peter Kamm, der dem Kunsthaus Zug seine bedeutende Sammlung aus der Wiener Moderne zur Verfügung stellt, spricht über die Motivation seiner Sammeltätigkeit.
Ausserdem: Ein Interview mit dem Kunstpublizisten und pensionierten HGK-Dozenten Max Wechsler über die Kunst(schul)-Szene sowie ein Porträt des jungen Schlagzeugers Lionel Friedli (Jazz Festival Willisau).
Artikel:
Wie der FCL gerettet werden soll











